Fringsdenkmal

 

Seit dem 21. März 1998, in dem Jahr, in dem wir den 750. Jahrestag der Grundsteinlegung für den gotischen Dom feierten und in dem sich der Todestag ( 17. Dezember 1978 ) von Josef Kardinal Frings zum 20. Mal jährte, hat Köln ein würdiges Denkmal zu Ehren des unvergessenen Erzbischofs und Kölner Ehrenbürgers Josef Kardinal Frings.

 

Nach dem großen Erfolg der Spendenaktion für die Finanzierung einer neuen Domglocke

( Josefsglocke ) im Jahr 1990 hatte der Vorstand unserer Gesellschaft die Idee, unserem hochverehrten Erzbischof in seiner Domstadt ein Denkmal zu setzen. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen aus Kirche, Politik und Stadtverwaltung erfuhren wir nicht nur große Begeisterung, sondern auch hervorragende Unterstützung. Immer wieder wurde bestätigt, dass zwischen dem Kardinal und den Kölner Bürgern eine außergewöhnliche, innige Beziehung und Verbundenheit bestand, die – über Konfessionen, Parteien und Generationen hinweg – im Menschlichen wurzelte.

 

Josef Kardinal Frings war ein Seelsorger auch im Sinne des rheinischen, kölschen Katholizismus. Er war ein Mensch von hohen ethischen Ansprüchen, doch er verstand auch den einfachen Mann in seiner existentiellen Not und half ihm auf realistische Weise.

 

Unvergessen ist seine Predigt in schwerer Nachkriegszeit, als er, in engen Grenzen, den Menschen dort seine Absolution erteilte, wo sonst schwere Gewissenskonflikte die Folge gewesen wären. Ich nenne das Stichwort: FRINGSEN.

 

Josef Kardinal Frings zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit. Zu grundlegenden Fragen in Staat und Gesellschaft hat er eindeutig und klar sein christliches Wort gesprochen. In besonderer Weise wird Frings durch die – getreu seinem Wahlspruch „ Für die Menschen bestellt“ – von ihm ins Leben gerufenen Werke

„ Misereor“ und „ Adveniat“ in der sozialen Wirklichkeit weiterleben.

 

Er hatte Witz und Humor – er war ein wahrer Volksbischof.

 

All dies war Anlass für die Stadt Köln, in der Frings seit 1909 zu Hause und seit 1942 Erzbischof war, ihm 1967 nach Vollendung seines 80. Geburtstages zum Ehrenbürger der Stadt Köln zu ernennen.

 

All dies war aber auch Anlass der Bürgergesellschaft, in Dankbarkeit und Hochachtung vor diesem großen Kirchenfürsten die Idee zu verwirklichen, ihm ein Denkmal zu errichten.

 

Der Verfasser als damaliger Vorsitzender trug die Idee dem in Köln geborenen Künstler und Ehrenmitglied unserer Gesellschaft, Herrn Kurt Arentz, vor. Die Bürgergesellschaft beauftragte ihn, die Gesamtkonzeption des Denkmals zu entwerfen und als international bekannter Bildhauer die Bronzebüste des Kardinals zu gestalten. Ihm ist ein Kunstwerk gelungen, das in seiner Form und künstlerischen Gestaltung ein besonderes Schmuckstück für unsere liebenswerte Stadt Köln geworden ist.

 

Als im März 1997 die Idee in einer Vorstandssitzung unserer Gesellschaft geboren wurde, konnten wir nicht ahnen, dass innerhalb von sechs Monaten im Rahmen einer Spendenaktion die Finanzierung des Denkmals gesichert war.

 

Deshalb gilt auch heute noch ganz besonderer Dank allen Hauptsponsoren und den zahlreichen Spendern, die uns mit ihrer Großzügigkeit zum Gelingen dieses Denkmals geholfen haben.

 

Hier einige Auszüge aus den Reden anlässlich der Enthüllung und Einweihung des Denkmals auf dem Laurenzplatz ( zwischen Dom und Rathaus ):

 

Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner:

            Die Bürgergesellschaft Köln will mit dem Denkmal jedem Passanten sagen:

            Denk mal – an Kardinal Frings! Das lohnt sich! Er ist nämlich einer der großen

            Plus – Menschen in unserer Stadt, in unserem Land, in dem letzten halben

            Jahrhundert.

 

Norbert Blüm:

            Das Denkmal ist eine gute Idee, denn Kardinal Frings und Konrad Adenauer

            waren zwei Männer aus Köln mit historischer Bedeutung. Sie haben nach dem

            Krieg nicht zugelassen, dass wieder ein großmäuliges Deutschland entstand,

            sondern eine bescheidene, menschliche Republik, die nie nationalistisch war.

            Frings war immer weltumspannend katholisch. Adenauer immer ein Europäer.

 

Norbert Burger, Oberbürgermeister der Stadt Köln:

            Ich freue mich, dass fortan ein Denkmal hier, gegenüber dem Rathaus, an Josef

            Kardinal Frings erinnert. Denn in der langen Reihe der Kölner Erzbischöfe, bis

            zurück zum Heiligen Maternus, war Kardinal Frings der Erste und Einzige, dem die

            Kölner das Ehrenbürgerrecht ihrer Stadt verliehen haben.

            „ Unser Frings“, wie er liebevoll von den Kölnern genannt wurde, sagte in seiner

            Dankesrede bei der Verleihung der Ehrenbürgerschaft: „ Ich liebe diese Stadt

            Köln. Mit dieser Stadt bin ich seit langer Zeit verwachsen“. Als Oberbürgermeister

            danke ich im Namen der Stadt unseren Bürgerinnen und Bürgern für ihr großartiges

            Engagement.

 

Kunstmäzen Konsul B. John Zavrel, Direktor des New Yorker „ Museum of European Art“:

            Wir sollten heute mit Respekt und Anerkennung unseren Dank an die Bürgergesell-

            schaft Köln für ihre Initiative, das Andenken an Josef Kardinal Frings zu ehren, richten.

            Die überlebensgroße Bronzebüste, die Kurt Arentz geschaffen hat, wird kommenden

            Generationen die Erinnerung an diesen edlen und liebevollen Gottesmann, wie auch

              Freund des kleinen Mannes, bewahren und wachhalten. Kurt Arentz ist in Amerika kein Unbekannter.

             Sein jahrzehntelanger Einsatz im Dienste freundschaftlicher Beziehungen zwischen Europa und Amerika wird von

            vielen seiner Bewunderer geschätzt. Ronald Reagon und George Bush kennen ihn gut als den „ Präsidentenbildhauer“.

 

 

H.O. Schmitz - Pranghe

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